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Alle sechs Hessen gewinnen Medaillen

Bei den deutschen Meisterschaften der Kadetten in Marburg waren sechs hessische Boxer am Start. Alle kehrten mit einer Medaille nach Hause.

Im Halbweltergewicht erreichte Alex Lais vom BC Eschwege den dritten Platz. Er hatte sich zunächst mit Tom Berger, ESV Waren, auseinanderzusetzen. Dies gelang ihm eindrucksvoll. Sehr schnell hatte er die richtige Distanz gefunden und bestimmte den Kampf mit seiner Führhand und gut platzierten Schlagkombinationen. Der Punktsieg für Lais war ungefährdet. Leider knickte er in diesem Kampf mit dem Fuß um und zog sich eine Verstauchung zu. Diese Verletzung behinderte ihn im Halbfinalkampf gegen Dimitri Sorokin, Karlsruher SC. Dem Eschweger fehlte die Beinarbeit, die erforderlich gewesen wäre, um seinen Gegner bezwingen zu können. So musste er sich nach einer Punktniederlage mit dem dritten Platz begnügen. Sorokin wurde später Deutscher Meister.

Einen dritten Platz erreichte auch Valerij Abdullaew, TG Leun, im Weltergewicht. Gegen den wesentlich erfahreneren Dimitri Manulenko, BC Hückelhoven, bot der Hesse einen technisch hochwertigen Kampf. Mit klaren Kopf- und Körpertreffern konnte er einen eindeutigen Punktsieg erringen. Im Halbfinale traf er auf den deutschen Vizemeister Henry Weber, PSV Stralsund. Abdullaew bot eine große kämpferische Leistung. Die Punktrichter sahen jedoch auch die gute Deckungsarbeit seines Gegners und dessen Konter. Abdullaew unterlag durch Punktwertung. Das Urteil fiel jedoch deutlich zu hoch aus.

Im Federgewicht wurde Viktor Strumilo, KSV Kassel, Vizemeister. Im Viertelfinale traf er auf Tom Jeske vom PSV Wismar. Strumilo verstand es, den angreifenden Mecklenburger mit der Führhand auf Distanz zu halten und immer wieder auszukontern. Zu Beginn der dritten Runde gab die Ecke von Jeske den Kampf auf. Im Halbfinale setzte sich Strumilo mit dem norddeutschen Meister Boris Knauf vom BC Gifhorn auseinander. Strumilo konnte erneut seine Stärken einsetzen. Mit schnellen Beinen, einem guten Auge und schnellen Kontern auf der Innenbahn sorgte der Kasseler für klare Verhältnisse und errang einen sicheren Punktsieg. Im Finale musste sich Strumilo dann jedoch geschlagen geben. Sein Gegner Steven Schwan, Punching Magdeburg, hatte bereits die doppelte Anzahl an Kämpfen ausgetragen. Er war bereits zweimal Deutscher Meister. Strumilo fehlte die Frische zu einer weiteren Glanzleistung. Der Punktsieg für den Magdeburger ging in Ordnung. Mit der deutschen Vizemeisterschaft erreichte Strumilo seinen bisher größten Erfolg.

Im Leichtgewicht trat für Hessen der Deutsche Jugendmeister Giuseppe Bafera, Boxring Condor Limburg, an. Im Viertelfinale bezwang er Ilitisch Abholhassanzadeh, Boxring Hilden. Beide lieferten sich einen verbissenen Kampf. Der Punktsieg für den Limburger fiel deutlicher aus, als es der Kampfverlauf vermuten ließ. Im Halbfinale traf Bafera auf Lars Lauterbach, BAC Wolfenbüttel. Auch in diesem Kampf musste der Limburger bis an seine Grenzen gehen. Der verdiente Punktsieg fiel hauchdünn aus. Im Finale kam dann das Ende für den Hessen bereits in der ersten Runde. Aufgrund einer Augenverletzung empfahl Verbandsarzt Dr. Heinrich Mannes den Kampf zu beenden. Deutscher Meister wurde somit der Berliner Stefan Härtel vom SV Lichtenberg durch RSC-Verletzung in der ersten Runde.

Die Stimmung stieg immer dann auf den Siedepunkt, wenn die Marburger Boxer im Ring waren. Im Halbmittelgewicht sorgte Raymund Meilinger für Begeisterungsstürme. Zunächst bezwang er im Viertelfinale den Meister von Brandenburg, Christian Siepmann, BC Frankfurt/Oder, nach zwei Niederschlägen noch in der ersten Runde durch RSC. Im Halbfinale sorgte er in seinem 28. Kampf für noch klarere Verhältnisse. Auch der deutsche Meister Kevin Künzel, MSV Buna Schkopau, der bereits 71 Kämpfe bestritten hatte, musste in der ersten Runde zweimal zu Boden. Da er sich nicht rechtzeitig erheben konnte, bekam Meilinger einen K.O.-Sieg zugesprochen. Finalgegner Arthur Matern, TSV Stein, war also gewarnt. Der Bayer, auch bereits deutscher Meister, musste den Ring erst zweimal als Verlierer verlassen. Er setzte seine Reichweitenvorteile ein, bewegte sich gut und bot kein Ziel. Meilinger versuchte alles, konnte seinen Finalgegner aber nicht stellen und unterlag nach Punkten.

Auch sein Marburger Vereinskamerad Andreas Stabel bot im Schwergewicht überzeugende Vorstellungen. Im Viertelfinale überraschte er den größeren Ramil Fatullaev, BC Ingolstadt, immer wieder mit schnellen Angriffen. Dabei traf er deutlich und zog sich dann wieder zurück. Stabel bewegte sich gut und gewann verdient nach Punkten. Im Halbfinale ließ sich der Marburger auch vom deutschen Meister Nils Griwenka, BC Cottbus, nicht aufhalten. Furchtlos bestimmte er den Kampf und suchte den Schlagabtausch. Geschickt entzog er sich danach den Gegenangriffen. Nach diesem Punktsieg des Marburgers stand die Halle Kopf. Im Finale hatte Stabel mit dem Berliner Jan-Pierre Appelt einen schlaggewaltigen Gegner, der durch vorzeitige Siege den Endkampf erreicht hatte. Nach den beiden schweren Vorkämpfen fehlte Stabel die Spitzigkeit, um entscheidende Akzente zu setzen. Der Berliner erhielt einen verdienten Punktsieg. Er konnte allerdings den Marburger mit seiner Schlagkraft nicht beeindrucken.
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