Zur Startseite

Länderkampf Cuba

Start > News> Länderkampf Cuba
Start

News
Hessentag 2003
BC Hochheim 12.02.2005
Gerd Graf Ehrenpräsident
Verbandstag 2004
Liga 2003/2004
JuniorenEM
KadettenEM
Hessen-Cup 2003
Alter und Gewicht
Gerd Graf 75 Jahre
DBV Kongress
Jubiläum in Limburg
DM Jugend 2003
DM Kadetten 2003
DM Junioren 2003
Gruppenmeisterschaft 2003
Chemie Pokal Halle
Länderkampf Cuba
Liga 2002/2003

Vorstand

Bezirke

Vereine

Veranstaltungen

Titelträger

Ranglisten

Presse

Gästebuch

Impressum

Link

Archivierte Berichte

Kämpferbörse




 

Sensationeller deutscher Boxsieg über Cuba in Frankfurt

„Wir sind dabei – OLYMPJA 2012!“ Unter diesem Motto stehen seit September vorigen Jahres die Veranstaltungen des Hessischen Amateur-Box-Verbandes. Das leidenschaftliche Engagement der Hessenboxer zur Unterstützung der Olympiabewerbung der Region Frankfurt RheinMain um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2012 erfuhr seinen Höhepunkt mit dem ersten offiziellen Länderkampf Deutschland gegen Cuba in der Frankfurter Ballsporthalle. Obwohl die mediale Begleitung im Vorfeld dieses „attraktivsten aller derzeit möglichen Länderkämpfe“ (Original-Ton DBV-Cheftrainer Helmut Ranze) nur sehr schleppend in Gang kam, die Fernseh-Sportredaktion des hr diese Veranstaltung sogar total ignorierte, erlebten rund 2.000 Zuschauer einen begeisternden Kampfabend.

„Man hätte mehr aus diesem Länderkampf machen können. Mindestens 5.000 Zuschauer hätte dieses großartige sportliche Ereignis verdient gehabt“, meinte IOC-Mitglied und NOK-Ehrenpräsident Prof. Walther Tröger, was als kleiner Seitenhieb für die Medien gemünzt war. Tage darauf bestätigte er, daß er – obwohl aufmerksamer Zeitungsleser – erst kurz vor dem Länderkampf überhaupt „zufällig davon erfahren habe“.

„Sehr beeindruckt“ war der Vater der hessischen Olympiainitiative, der Minister des Innern und für Sport, Volker Bouffier. Frankfurts Bürgermeister und Sportdezernent Achim Vandreike schloß sich ihm spontan an. HABV-Präsident Gerd Graf nahm dann auch die Gelegenheit wahr, dem Minister dafür öffentlichen Dank auszusprechen, daß „der erste deutsche Landesminister, der ein öffentliches Bekenntnis für die Bedeutung des Sports in der Gesellschaft durch die Umbenennung des Ministeriums abgelegt habe, während seiner Amtszeit verwirklichte, was Hessens Sportler zwei Generationen vergebens von den Landespolitikern gefordert haben“. Graf erwähnte in diesem Zusammenhang die Aufnahme des Sports als Staatsziel in die Hessische Verfassung, in die Hessische Gemeinde- und Landkreisordnung und in den Rundfunkrat des hr sowie die Aufhebung der Deckelung der Totomittel. „In der Hoffnung, daß Sie den Deckel nicht so fest wieder aufgedrückt haben, so daß dieser immer wieder leicht angehoben werden kann, aber auch zur Verteidigung der von Ihnen maßgeblich initiierten Verbesserungen für den Sport in Hessen“, überreichte Graf dem Minister ein Paar goldene Boxhandschuhe mit den Autogrammen der beiden Nationalstaffeln, die der Minister im Ring persönlich begrüßte und denen er wertvolle Erinnerungsgaben überreichte. Zuvor hatte er die finanzielle Basis für das Wagnis gelegt, einen derart kostenintensiven Länderkampf zu veranstalten.

Bürgermeister Vandreike konnte wegen anderer Verpflichtungen nicht zu Beginn des Länderkampfes begrüßt werden. Im späteren Verlauf der Veranstaltung wurde auch er in den Ring gebeten und erhielt nach seinem Grußwort an die Boxer ebenfalls die goldenen Handschuhe mit den Autogrammen der Boxer. Graf dankte der Stadt damit für die beim Länderkampf gewährte Unterstützung und lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Sport- und Badeamt. „Diese Truppe ist heute bereits olympiareif“, rief der Boxpräsident dem über dieses Lob über seine Mitarbeiter sichtlich erfreuten Bürgermeister zu.

Mit dem Staatssekretär in der Hessischen Staatskanzlei und Regierungssprecher Dirk Metz saß ein Mitglied der Hessischen Landesregierung in der Turnierleitung am Boxring, dessen Debüt als Ringsprecher bei den Boxern ein glänzender Einstand wurde.

Die sportlichen Glanzlichter setzten an diesem Abend, der der Olympiaidee viele neue Freunde zugeführt hat, vor allem die deutschen Boxer, die sich in einer so hervorragenden Form seit Jahren nicht mehr präsentiert haben. Sie kamen auch deswegen zu einem geradezu sensationellen 14:8-Gesamtsieg, weil sie hervorragend eingestellt waren und die Anweisungen ihrer Trainer perfekt im Ring umgesetzt haben.

Einige Tage zuvor waren die Cubaner kurz nach ihren Landesmeisterschaften ins gemeinsame Trainingslager im Olympiastützpunkt Heidelberg angereist. Gemeinsame Sparringskämpfe hatten die Länderkampfgegner bereits hinter sich, als in Frankfurt der Ernstfall anstand.

Es heißt nicht die Leistung der anderen Boxer zu schmälern, wenn man drei deutsche Boxer besonders erwähnt. Junioren-Weltmeister Witali Tajbert, der Hessenboxer vom ABV Kohlheck und WM-Dritte Ali Aharoui und den Olympiadritten von Sydney, den Superschwergewichtler Sebastian Köber.

Da fiel es der Jury schwer, den besten Boxer des Teams zu ermitteln, der aus der Hand des Innenministers den Pokal für den eindrucksvollsten deutschen Boxer bekam. Die Wahl fiel auf Sebastian Köber, der im letzten Kampf mit seinem Sieg über Weltmeister Noel Perez Bio das Sahnehäubchen auf die in der Ballsporthalle gebotene Box-Delikatesse setzte. Die Zuschauer, die eindrucksvoll auch den großen Unterschied zwischen dem olympischen Boxen und den „Fallobst-Orgien“ der Profis demonstriert bekamen, feierten den Erfolg des deutschen Teams teilweise überschwänglich.

Hoffnungsvoller Nachwuchs aus hessischen Vereinen ergänzte in Einlagekämpfen das Programm.

Boxer und ihre prominenten Gäste trafen sich im Anschluß an die Boxkämpfe im VIP-Raum der Halle und hatten viel Gesprächsstoff nach dem eindrucksvollen Ringgeschehen. Dabei wurde vielfach der Wunsch geäußert, öfter solche Kämpfe in Frankfurt zu veranstalten. HABV-Präsident Gerd Graf gab das Versprechen: „Wenn Frankfurt der nationale Olympiabewerber wird, dann werden wir jedes Jahr bis zum IOC-Entscheid ein Turnier mit Weltklasseboxern in dieser idealen Halle ausrichten!“ Und wie aus einem Munde meinten sowohl Minister Bouffier als auch Bürgermeister Vandreike: „Wir sind dabei!“


Auf deutscher Seite interessierte das hessische Publikum die
Lokalmatadoren David Siegmann und Ali Ahraoui vom ABV Wiesabden-Kohlheck.

Der erst 16-jährige Siegmann zeigte im Federgewicht gegen seinen ein Jahr älteren Gegner, den kubanischen Landesmeister Yorman Rodrigues Lopez, einen beherzten Kampf. Er griff ständig an und versuchte Akzente zu setzen. Der Kubaner erwies sich als meisterhafter Konterboxer und erreichte mit schnellen Aktionen einen knappen 15:13 Punktvorsprung . Siegmann sorgte mit knallharten Einzeltreffern für Begeisterung.

Halbweltergewichtler Ali Ahraoui hatte gegen den Kubaner Emilio Correa Bayeux bereits einmal verloren. Vor heimischer Kulisse wollte er sich unbedingt revanchieren. Beide lieferten sich, vom Publikum frenetisch angefeuert, ein verbissenes Gefecht. Ahraoui schien sich im Kampfverlauf einen knappen Punktsieg zu erarbeiten. In der Schlussrunde wurde der Kubaner wegen Ausspucken des Mundschutz verwarnt, sah seine Chancen schwinden, wurde unsauber und erhielt die zweite Verwarnung. Nun schien alles klar zu sein. Doch das knappe 15:13 Urteil zeigte, dass letztlich die Verwarnungen für die Entscheidung sorgten.

Die Ergebnisse des Länderkampfes:

Lafita Hernandes, Andry - Propp Andreas: 5:14 Punktsieger Propp
Maturell Martinez, Ariel - Tajbert, Witali: RSC-Sieger 3. Runde Tajbert
Rodrigues Lopez, Yorman - Siegmann, David: 15:13 Punktsieger Rodrigues
Fonseca Salgado, Eugenio - Papp, Thomas: 5:16 Punktsieger Papp
Masabo Barrios, Fredy - Wagner, Enrico: 14:14 unentschieden
Correa Bayeux, Emilio - Ahraoui, Ali: 13:15 Punktsieger Aharoui
Perez Macias, Maikel - Schuster, Norman: 19:13 Punktsieger Perez
Barrera Fabier, Sulliban - Wilaschek, Lukas: 20:15 Punktsieger Barrera
Perez Perez, Ismaiquel - Kempe, Mathias: 12:17 Punktsieger Kempe
Linares Mesquia, Vladimir - Powernov, Alexander: 17:17 unentschieden
Perez Bio, Noel - Köber, Sebastian: 5:12 Punktsieger Köber

Einlagekämpfe bestritten die hessischen Nachwuchskämpfer:

Hafid Bouji, TG Darmstadt,
Nangjalei Safi, BSV 93 Kassel
Alex Lais, BC 91 Eschwege
Giuseppe Bafera, Boxring Condor Limburg
Valerij Abdullaew, TG Leun
Yousef Zitoun, CSC Frankfurt

 
© 2002 Hessischer Amateur Boxverband e.V.